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Best Retail Brands 2012

Pressemitteilung
21.2.2012
retail-brands-2012

Inter­brand ver­öf­fent­licht in Koope­ra­tion mit Inter­brand Design Forum, die Retail Spe­zia­lis­ten im welt­wei­ten Inter­brand Netz­werk, die Stu­die »Best Retail Brands 2012″. Der Report lis­tet die wert­volls­ten US-amerikanischen Retail Brands und betrach­tet in Europa den eng­li­schen, fran­zö­si­schen, deut­schen sowie den spa­ni­schen Han­dels­markt. Außer­dem gibt die Stu­die einen Über­blick über den asiatisch-pazifischen Raum.

 

Wal­mart ist und bleibt die wert­vollste US-Retail-Marke. Tesco, Car­re­four, Aldi und Zara füh­ren als Num­mer 1 in ihren jewei­li­gen euro­päi­schen Hei­mat­märk­ten die Ran­kings an. Wool­worth belegt im asiatisch-pazifischen Raum Rang 1. Damit behaup­ten alle Retail Mar­ken ihre Top Posi­tio­nen aus 2011.

 

Die Ergeb­nisse der Stu­die zei­gen, dass sich die US-Retailer auf kon­ti­nu­ier­li­chem Wachs­tums­kurs­be­fin­den; bemer­kens­wert dabei ist, dass die Online-Einzelhandelsumsätze nahezu neun Pro­zent aller US-Einzelhandelsumsätze aus­ma­chen, das ist gegen­über 2011, wo sie bei sie­ben Pro­zent lagen, ein Sprung von zwei Pro­zent­punk­ten. In Europa ver­schaf­fen sich vor allem die Han­dels­un­ter­neh­men Wett­be­werbs­vor­teile und gewin­nen neue Kun­den, die in Omni-Channel Stra­te­gien sowie ein ganz­heit­li­ches Mar­ken­er­leb­nis vor Ort inves­tie­ren. Die asia­ti­schen Ein­zel­händ­ler set­zen unter dem Ein­druck der Natur­ka­ta­stro­phen und wirt­schaft­li­chen Tur­bu­len­zen, die die Region im ver­gan­ge­nen Jahr erschüt­ter­ten, ver­stärkt auf Qua­li­tät, Per­so­na­li­sie­rung und Kun­den­dienst, um das Ver­trauen der Ver­brau­cher wie­der her­zu­stel­len und zu stärken.

 

Der Ein­zel­han­del ist ein hoch­kom­pe­ti­ti­ver Markt. Durch die viel­fäl­ti­gen Absatz­ka­näle kommt es zu einer­brei­ten Auf­split­tung der Ver­brau­cher­aus­ga­ben. Hin­zu­kommt, dass sich  zusätz­lich auch Her­stel­ler als Ein­zel­händ­ler betä­ti­gen und neue Wett­be­wer­ber – sowohl in Form klei­ner Fir­men als auch inter­na­tio­na­ler­Groß­kon­zerne, die mit ihren Einzelhandels-aktivitäten Neu­land erobern – den Ein­zel­händ­lern Kon­kur­renz machen und den Markt immer stär­ker frag­men­tie­ren. In einem sol­chen Umfeld ist jeder ein­zelne Kun­den­kon­takt entscheidend.

 

Die Ein­zel­händ­ler von heute bewe­gen sich also in einem Zeit­al­ter unbe­grenz­ter Kon­kur­renz“, erklärt Jez Framp­ton, Glo­bal CEO von Inter­brand. „Die Stu­die zeigt, dass den »Best Retail Brands« bewusst ist, dass jeder ein­zelne Ver­triebs­ka­nal in die­ser neuen Ein­zel­han­dels­land­schaft von Bedeu­tung ist und bewei­sen zugleich, dass sich ein Multi-Channel-Konzept, obwohl es wesent­lich kom­ple­xer zu steu­ern ist, bei stra­te­gi­scher Ver­an­ke­rung sehr wohl lohnt.“

 

Mar­ken­ge­trie­bene Unter­neh­men erwei­sen sich in die­sem wett­be­werbs­star­ken Umfeld als beson­ders wider­stands­fä­hig, vor allem dadurch, dass sie die Kun­den­er­leb­nisse auf die digi­ta­len Wel­ten aus­wei­ten und stär­ken, und gleich­zei­tig neue Wege gehen, um am Point of Sale ein­zig­ar­tige und inspi­rie­rende Shop­pin­ger­leb­nisse zu schaffen.

 

Eine der ein­dring­lichs­ten Erkennt­nisse des Ran­kings ist, dass die wert­volls­ten Retail-Marken nicht untä­tig auf wei­tere Zei­chen der Erho­lung gewar­tet haben. Viel­mehr haben sie die Bedürf­nisse der Ver­brau­cher anti­zi­piert: denn Kun­den wol­len nicht mehr nur»shoppen«, sie wol­len ein ein­zig­ar­ti­ges Shop­pin­ger­leb­nis gebo­ten bekom­men“, erklärt Bruce Dyb­vad, CEO von Inter­brand Design Forum. „Zu einem gro­ßen Teil haben die Han­dels­un­ter­neh­men in ver­bes­serte Ein­kaufs­stät­ten­er­leb­nisse inves­tiert und bie­ten ihren Kun­den nun­mehr Mög­lich­kei­ten, Ein­kau­fen als inspi­rie­ren­des Erleb­nis wahrzunehmen.“

 

Der Han­dels­markt in Deutschland

Aldi, Edeka und Lidl sind die drei wert­volls­ten Ein­zel­han­dels­mar­ken Deutsch­lands. Aldi belegt mit 3,15 Mrd. US-Dollar unan­ge­foch­ten Platz 1, muss aber gegen­über 2011 einen Mar­ken­wert­ver­lust von sat­ten 11 Pro­zent hin­neh­men. Trotz der Ver­luste habe­nAldi Nord und Aldi Süd einen der höchs­ten Mar­ken­stär­ke­werte über das gesamte Ran­king hin­weg. Edeka schiebt sich in die­sem Jahr mit einem Mar­ken­wert von 1,43 Mrd. US-Dollar auf Rang 2 vor und ver­drängt damit Media Markt aus den Top 3. Lidl konnte den Mar­ken­wert um sen­sa­tio­nelle 20 Pro­zent auf 1,41 Mrd. US-Dollar stei­gern und­schließt damit zum direk­ten Kon­kur­ren­ten Aldi auf. Lidl gehört mit seinem20-prozentigen Wachs­tum zu den Auf­stei­gern der dies­jäh­ri­gen Best Retail Brands Studie.

 

Der deut­sche Ein­zel­han­del ist geprägt von einer hohen­Markt­kon­zen­tra­tion. Fast 40 Pro­zent des gesam­ten Ein­zel­han­dels­um­sat­zes wir­d­al­lein von den fünf größ­ten Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men – Aldi, Metro, EDEKA, REWE und der Schwarz-Gruppe – gene­riert. Da der Wett­be­werb in einem zuneh­mend gesät­tig­ten Markt immer här­ter wird, müs­sen Ein­zel­händ­ler neue Wege fin­den, die Gunst des Kun­den für sich zu gewinnen.

Die »Geiz ist geil«-Masche, mit der die füh­ren­den Retail-Marken jah­re­lang die deut­schen Ver­brau­cher kon­di­tio­niert haben, zieht dabei immer weni­ger. Die Kauf­ent­schei­dun­gen der Ver­brau­cher sind nicht mehr aus­schließ­lich preis­ge­trie­ben. Heute kommt es auf das ein­zig­ar­tige und inspi­rie­rende Shopping-Erlebnis an, das zum einen die Bedürf­nisse des Kun­den befrie­digt und zum ande­ren den Händ­ler von sei­ner Kon­kur­renz abhebt. „Die Gebote der Stunde lau­ten: mehr Ser­vice, mehr Infor­ma­tion und vor allem mehr­Di­alog und Inter­ak­tion mit dem Ver­brau­cher˝, bringt es Nadine Hohl­feld, Con­sul­tant bei Inter­brand in Köln, auf den Punkt.

 

Eine inno­va­tive »Cust­o­mer Jour­ney« durch den stra­te­gi­schen Ein­satz von neuen Tech­no­lo­gien und Medien, spielt bei den Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­su­chen von Ein­zel­händ­lern eine ent­schei­dende Rolle. Wem es gelingt, die Kun­den über Social Media rich­tig anzu­spre­chen und sie so in die Pro­duktent­ste­hungs­pro­zesse ein­zu­bin­den, sichert sich einen Wett­be­werbs­vor­teil. Ins­be­son­dere Voll­sor­ti­men­ter wie REWE und EDEKA haben in die­ser Hin­sicht die Nase vorn. Dank inno­va­ti­ver Laden- und Zah­lungs­kon­zepte, ver­stärk­ter Nach­hal­tig­keit und CSR-Aktivitäten sowie eines klu­gen Manage­ments ihrer Produkt- und Ser­vice­port­fo­lios haben sie es geschafft, zu den Dis­coun­tern auf­zu­schlie­ßen und sich auf eine mehr kom­fort­ori­en­tierte Gesell­schaft ein­zu­stel­len: Der Kunde hat gelernt, dass er nicht mehr zu einem Dis­coun­ter am Stadt­rand fah­ren muss, um zu einem güns­ti­gen Preis und ein­em­bes­se­ren Preis-Leistungs-Verhältnis einzukaufen.

 

Marke wird daher ein zuneh­mend wich­ti­ger Trei­ber der Kun­den­nach­frage˝, erklärt Hohl­feld. Dem­ent­spre­chend bauen Ein­zel­händ­ler aus bei­nahe allen Bran­chen ihre Marke immer wei­ter aus. Inzwi­schen beschränkt sich ihr Sor­ti­ment nicht mehr nur auf all­ge­mein bekannte Pro­dukt­mar­ken. Statt­des­sen set­zen sie stra­te­gisch auf Eigen­mar­ken, um immer­mehr Pro­dukte unter der eige­nen Han­dels­marke anzu­bie­ten. Hohe Inves­ti­tio­nen in ziel­grup­pen­ge­rechte Kom­mu­ni­ka­tion und Akti­vi­tä­ten im Spon­so­ring tra­gen wei­ter zur Eta­blie­rung einer star­ken Ein­zel­han­dels­marke bei.

 

Aus­ge­nom­men von die­sem Trend ist die Elek­tro­nik­bran­che. Auf­grund eines anhal­ten­den Preis­krie­ges nimmt die Bedeu­tung der Marke in die­sem Seg­ment ab, da die Unter­schiede zwi­schen den Elek­tro­nik­han­dels­mar­ken in der­Wahr­neh­mung der Ver­brau­cher zuneh­mend verschwimmen.

 

Kun­den­zu­frie­den­heits­stu­dien bele­gen, dass sich die Inves­ti­tion in ein rele­van­tes und ein­heit­li­ches Mar­ken­er­leb­nis lang­fris­tig aus­zahlt. Kun­den­ori­en­tie­rung und Mar­ken­bin­dung dür­fen keine lee­ren Ver­spre­chen blei­ben, son­dern müs­sen in der Cor­po­rate Iden­tity und der Mar­ken­füh­rung des Ein­zel­händ­lers fest ver­an­kert wer­den. Der Kunde möchte sich von einer attrak­ti­ven Marken- und Ser­vice­welt ver­füh­ren las­sen, die inspi­riert und einen kla­ren Nut­zen bie­tet. »Let me enter­tain you!« wird zum all­ge­mei­nen Mar­ken­ver­spre­chen, das jeder Händ­ler indi­vi­du­ell mit Inhal­ten fül­len muss, um sich von der Kon­kur­renz abzugrenzen.

 

Cust­o­mer Expe­ri­ence stellt einen kon­ti­nu­ier­li­chen Pro­zess und keine ein­ma­lige Akti­on­dar. Sie sollte in allen­Pha­sen des Sales Fun­nel berück­sich­tigt wer­den. Ein­mal in Gang gesetzt, kann das gezielte Manage­ment von Kun­den­er­leb­nis­sen einem Händ­ler dabei hel­fen, seine Marke zu eta­blie­ren und Kun­den lang­fris­tig zu bin­den. „Diese Erkennt­nis soll­ten sich vor allem Dis­coun­ter zu Her­zen nehmen,wenn sie ver­hin­dern wol­len, noch­mehr Boden an kon­kur­rie­rende Voll­sor­ti­men­ter zu ver­lie­ren˝, emp­fiehlt Nadine Hohlfeld.

 

Kri­te­rien für Best Retail Brands

Die Stu­die »Best Retail Brands 2012″ weist Ran­kings der wert­volls­ten US-amerikanischen, deut­schen, fran­zö­si­schen, eng­li­schen und spa­ni­schen Retail-Marken aus.

 

Um in die Ran­kings auf­ge­nom­men zu wer­den, müs­sen die Retailer ver­schie­dene Kri­te­rien erfül­len: Ers­tens muss die Marke in dem jewei­li­gen Land des Ran­kings behei­ma­tet sein. Zwei­tens müs­sen­aus­rei­chende, öffent­lich zugäng­li­che Marketing- und Finanz­da­ten vor­han­den sein. Drit­tens muss das Unter­neh­men einen lang­fris­tig posi­ti­ven finan­zi­el­len Erfolg aus­wei­sen kön­nen. Vier­tens muss das Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men 50 Pro­zent sei­nes Umsat­zes in eige­nen Geschäf­ten erzielen.

 

Für die Stu­die teilt Inter­brand die Ein­zel­han­dels­bran­che in drei Kate­go­rien ein: Ein­zel­händ­ler mit Eigen- und Fremd­mar­ken wie Car­re­four und Tesco, Ein­zel­händ­ler mit aus­schließ­lich Eigen­mar­ken wie zum Bei­spiel Zara und Aldi und Pro­dukt­mar­ken wie adi­das oder Bur­berry. Die dritte Kate­go­rie der rei­nen Pro­dukt­mar­ken wurde nicht in die Unter­su­chung ein­be­zo­gen, da diese Mar­ken vor­wie­gend durch Dritte ver­kauft wer­den. Ebenso aus­ge­schlos­sen wur­den Restau­rant­ket­ten und ser­vice­ba­sierte Retailer, wie zum Bei­spiel Finan­cial Ser­vices oder Autohändler.

 

Der auf­ge­führte Mar­ken­wert ent­spricht dem Gegen­warts­wert der in Zukunft zu erwar­ten­den Erträge, die aus­schließ­lich der Prä­senz der Marke zuzu­rech­nen sind.

 

Wei­ter…

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