Erscheinungsbild Kulturhaus Stuttgart
Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
c306680cea
Konzeption und Gestaltung
Carolin Oelsner


Hochschule
Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd

Jahr
2006

Beratung
Tanja Huber
Prof. Ulrich Schendzielorz

Aus­gangs­punkt war der Treff­punkt Rote­bühl­platz in Stutt­gart, der mit sei­nen Ein­rich­tun­gen und dem umfang­rei­chen Bildungs- und Kul­tur­an­ge­bot in die­ser Form ein­zig­ar­tig in Deutsch­land ist. Jedoch stellte ich fest, dass dies nicht nach außen kom­mu­ni­ziert wird. So war dies Anlass dafür, zu über­le­gen, wie man eine Ein­rich­tung die­ser Art ein­heit­lich dar­stel­len kann. Zudem moti­vier­ten mich aktu­elle Dis­kus­sio­nen über Cor­po­rate Design und Über­le­gun­gen aus dem ver­gan­ge­nen Semester.

 

So ent­stand das Kon­zept Kul­tur­haus Stutt­gart, als Dach für ver­schie­dene kul­tu­relle Einrichtungen.

 

Das Kul­tur­haus Stutt­gart ist Ver­an­stal­tungs­ort für die Medio­thek, die Aka­de­mie, die Musik­schule, den Kin­der­treff, den Kul­tur­treff und das Kul­tur­café. Die sechs Kultur-Einrichtungen schaf­fen Zugänge zu Kul­tur und Bil­dung in einer mobi­len und inter­kul­tu­rel­len Stadt­ge­sell­schaft. Sie wen­den sich an Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­sene aller Altersstufen.

 

Durch seine große Ziel­gruppe und das sehr viel­fäl­tige Ange­bot muss sich die Ein­rich­tung klar und ein­heit­lich dar­stel­len. Mein Anspruch war es, eine Lösung zu fin­den, die nicht nur allein darin besteht, ein Logo zu gestal­ten, son­dern ein fle­xi­bles sys­te­ma­ti­sches Erschei­nungs­bild, wel­ches ohne Logo aus­kommt, und sich auf Print­me­dien, digi­ta­len Medien und Gebäude umsetz­ten lässt. Ein­heit­li­ches Erschei­nen und Wie­der­er­ken­nungs­wert sol­len durch die Benut­zung einer visu­el­len Spra­che entstehen.

 

Ich habe in mei­nem Gestal­tungs­pro­zess sehr viel aus­pro­biert. Zunächst mit einem asso­zia­ti­ven Ansatz, wonach sich für mich her­aus stellte, dass das Sys­tem erlern­bar sein muss. Dabei sollte es eine kleinste Ein­heit als zen­tra­les Ele­ment im Erschei­nungs­bild benutzen.

 

Meine Gestal­tungs­sys­te­ma­tik benutzt die hori­zon­tale Linie als zen­tra­les Element. Die Linie sym­bo­li­siert die Ver­bin­dung zweier oder meh­rere Punkte. Dies im über­tra­ge­nen Sinne, gilt ebenso für die sechs Ein­rich­tun­gen, die Linie ver­bin­det diese, genau so wie sie die Men­schen – die Besu­cher und Mit­ar­bei­ter des Hau­ses – ver­bin­det. Die Linien kom­men sich ent­ge­gen – das steht für die Begeg­nung der Men­schen. Die Linie kann glie­dern und mar­kie­ren, zudem bie­tet sie viel­fäl­tige Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Die Anord­nung der Linien könnte gene­ra­tiv gelöst wer­den. Die Plat­zie­rung zuein­an­der vari­iert fle­xi­bel. Nur der Bereich, in dem sie sich bewe­gen, ist bei den jewei­li­gen Medien festgelegt.

 

Jede Ein­rich­tung wird durch eine Farbe kodiert, die je nach dem, auf wel­che der sechs Ein­rich­tun­gen der Fokus gerich­tet ist, in den visu­el­len Vor­der­grund tritt. Das heißt, das Kul­tur­haus wird als Dach­ein­rich­tung im Kon­text gezeigt, in dem sich die far­bi­gen Linien der ande­ren Ein­rich­tun­gen im unte­ren For­mat­be­reich bewe­gen Kom­mu­ni­ziert sich das Kul­tur­haus gesamt, steht keine Farbe im Vordergrund.

 

Die Haus­schrift ist die Vista Sans Light. Durch ihre schlichte und leichte, aber den­noch beson­dere Anmu­tung, trägt sie dezent zum Erschei­nungs­bild bei, drängt sich aber nicht in den Vor­der­grund. Für län­gere Lese­texte wird die Seri­fen­schrift Cen­tury Light ver­wen­det. Um Leich­tig­keit zu bewah­ren, wird sie in hoher Lauf­weite gesetzt.

 

Das Kul­tur­haus Stutt­gart wird durch die Men­schen im Haus leben­dig. So soll auch der Mensch im Fokus der Bild­spra­che ste­hen. Sie soll die hier gezeig­ten Cha­rak­te­ris­tika abbilden.

 

Die schlanke Hoch­for­mat­reihe steht im Kon­trast zu den hori­zon­ta­len Linien. Die Sei­ten­län­gen ste­hen im Ver­hält­nis 1:2. Für Standard-Medien, wie zum Bei­spiel dem Brief­bo­gen, gel­ten die gän­gi­gen DIN-Formate. Das Papier ist ein Feinst­pa­pier von Römer­turm in der Qua­li­tät Colambo. Es besitzt eine lese­freund­li­che Farbe, ist nicht nicht Hoch­weiß, wirkt aber nicht gelb­lich. Es ist ein Natur­pa­pier mit edler mat­ter Oberfläche.

 

Die Linie wird im Leit­sys­tem als weg­wei­sen­des Ele­ment wie­der auf­ge­grif­fen. Die ent­spre­chen­den Far­ben der Ein­rich­tun­gen kodie­ren den Weg zum Ziel.