Markenbibel

Bernd Kreutz
markenbibel

Die spek­ta­ku­läre Kar­riere, die der Begriff Marke in den letz­ten Jah­ren gemacht hat, offen­bart, wie Skru­pel­lose mit Hilf­lo­sen auf Kos­ten von Ahnungs­lo­sen Geschäfte machen kön­nen. Als frei ver­füg­ba­res und ein­fach ver­markt­ba­res Wort zunächst nur von cle­ve­ren Unter­neh­mens­be­ra­tern ver­ein­nahmt, leben inzwi­schen ganze Berufs­zweige von dem Unfug, der im Namen der Marke und mit Hilfe von Mas­sen­me­dien ver­brei­tet wird. Nichts ist den selbst­er­nann­ten Mar­ken­pre­di­gern mehr hei­lig. Hit­ler? Eine Marke. SPD? Eine Marke. Ber­lin? Eine Marke. Deutsch­land? Eine Marke. Selbst Gott ist für man­che bloß eine Marke im Wett­be­werb von Lebenssinn- Anbie­tern. Seit dem Boom der New Eco­nomy ver­su­chen Mar­ken­mis­sio­nare Unter­neh­mens­grün­dern ein­zu­re­den, Pro­dukte seien nichts, Mar­ken hin­ge­gen alles. Die Mar­ken­bi­bel will die­sen Bull­s­hit kärchern und Unter­neh­mens­grün­der ermu­ti­gen, eige­nem Talent und Urteils­ver­mö­gen mehr zu ver­trauen als so genann­ten Markenexperten.


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