Museum für Medienkunst




Konzeption und Gestaltung

Christoph Tim Schneider
Arthur Ruppel

Hochschule

Fachhochschule Mainz

Jahr

2009

Beratung

Prof. Robert Paulmann


Inhalt

Das Museum für Medienkunst – kurz MMK – präsentiert digitale und interaktive Kunst. Das thematische Spektrum umfasst neben aktuellen Entwicklungen wie interaktiven Rauminstallation oder Datenvisualisierungen mittels Softwareapplikationen auch traditionellere Kunstformen, wie Fotografie und Lichtprojektionen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Beginn der Medienkunst markierten. Interaktivität ist ein wichtiger Bestandteil des MMK. Die QR-Codes, die überall im Museum zu finden sind haben daran großen Anteil. Der Besucher kann mit seinem Handy die Codes entschlüsseln und erhält weitere Informationen zu einem Künstler oder Kunstwerk.  

 

Dass Interaktivität im MMK eine entscheidende Rolle spielt, zeigt sich unter anderem in der Entstehungsweise des Logos. Die Besucher des MMK haben durch eine Installation im Museum die Möglichkeit das Logo mitzugestalten. Eine bewegliche Lichtquelle strahlt eine neigbare Schablone mit dem MMK-Schriftzug an und projiziert das Logo auf eine Leinwand. Je nachdem wie die Lichtquelle und die Schablone positioniert sind, verändern sich Transparenz und Verzerrungsgrad des Signets. Die eingestellten Parameter werden an ein Programm übertragen, welches das Aussehen des Logos berechnet und dann live im Gebäude und im Internet darstellt.  

 

Licht ist im Corporate Design des MMK ein zentrales Motiv, weil es in der Medienkunst als wichtigstes Trägermedium eine wesentliche Rolle spielt. Dies zeigt sich neben der Logo-Projektion auch in der Farbwahl. Die Palette ist auf Weiß, Schwarz und Grauabstufungen beschränkt, wobei Weiß als das Licht gesehen werden kann und Schwarz als dessen Abwesenheit. Dementsprechend finden häufig Weiß und hellere Grauabstufungen auf Schwarz und dunkleren Grauabstufungen statt.  

 

Im Corporate Design des MMK kommt sehr oft der Druck mit weißer Farbe auf grauem Papier zum Einsatz. Dies wirkt sauber, edel und modern und ist ein Stilmittel, welches durch seine schwierige technische Machbarkeit noch echten Seltenheitswert besitzt. Dieser Umgang mit dem Medium Papier eignet sich für das MMK hervorragend, um sich gegen Mitbewerber abzugrenzen und findet zudem seine Entsprechung in den weißen Projektionen des Leitsystems, die auf den grauen Betonwänden des Museums stattfinden.  

 

Die Geschäftsausstattung behält den wechselhaften Charakter des Logos bei. Beim Briefpapier kann frei zwischen neun verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Logos gewählt werden. Die Visitenkarte ist eine Klappkarte und weist auf der Vorderseite eine Stanzung in Form des unverzerrten MMK-Schriftzuges auf. Diese lädt den Betrachter dazu ein mit Hilfe von Licht eigene Logo-Varianten auf die Innenseite der Karte zu projizieren. Wie bei der MMK-Logo-Installation ändert sich das Ergebnis durch das Neigen der Schablone. Das digitale und wechselhafte Prinzip des MMK-Signets wird so auf das analoge Medium Papier übertragen.  

 

Die kostenlose iPhone App ermöglicht dem Besucher auf weitere Informationen zuzugreifen und hilft dabei sich besser im Museum zurecht zu finden. An jedem Ausstellungsobjekt befindet sich ein QR-Code, der mit dem iPhone fotografiert und entschlüsselt werden kann. Der Besucher wird nachdem der Code gelesen wurde auf eine Informationsseite geleitet, auf der er einen Audioguide starten und mehr über den Künstler und das Kunstwerk erfahren kann. Weitere Funktionen sind die zoombare Museumskarte und ein Verzeichnis von allen ausgestellten Kunstwerken.





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